Inzwischen fährt hinter den maroden Fonds und gierigen Bankern ein staatlicher Reparaturzug her, gut bestückt mit Milliarden an Euro und Dollar, um "Regenschirme" aller Art verteilen zu können. Wir braven Steuerzahler finanzieren mithin solidarisch das verzockte Geld der Investmentbanker, zahlen naiv noch deren Boni für die Verluste und müssen uns dafür bis in die Enkelgeneration verschulden. Zynischer kann die Rechnung der Spekulanten nicht aufgehen: Der Schaden muss nur groß genug und "systemisch" sein, damit alle bereit sind, die Verluste zu tragen. Das ist Zwangs-Sozialismus auf höchstem Niveau.

Vielleicht kommt man derzeit an solchen Rettungsaktionen unserer Volkswirtschaft tatsächlich nicht vorbei. Aber das sollten wir zumindest zur Kenntnis nehmen: Der Markt hat massiv versagt. Er hat sich selbst zumindest im Finanzwesen nicht verlässlich regulieren können.

Wer vor diesem Hintergrund nach weniger Staat ruft, handelt - wie ich meine - ziemlich dreist. Wir brauchen nämlich nicht weniger, sondern auf absehbare Zeit mehr Staat.

Ich denke hier keineswegs an mehr Knöllchen-Schreiber, Mülltonnen-Schnüffler, auch nicht an eine Hartz-IV-Polizei gegen Sozialbetrüger, sondern an wirklich qualifiziertes Personal für den Öffentlichen Dienst, das in der Lage ist, einfache, gute Gesetze vorzubereiten und die großen Steuerflüchtlinge, Waffenschieber und korrupten Baulöwen wirksam in Schach zu halten. Unsere Gesetze müssen nämlich keineswegs für viel Geld in privaten Anwaltskanzleien geschrieben werden, die dann später für noch mehr Geld ihre wohlhabende Klientel beraten, wie diese die gesetzlichen Vorschriften am besten umgehen kann.

Warum wird eigentlich der öffentliche Dienst personell derart ausgelutscht? Das hat System. Länder und Kommunen stellen fast überall zusätzliche Kräfte nur noch mit befristetem Arbeitsvertrag für zwei Jahre ein. Wenn die Leute nach einem Jahr gerade etwas eingearbeitet sind, müssen sie sich bereits Gedanken machen, wo sie einen Anschlussjob finden. Ob ihre Tätigkeit bei Vater Staat verlängert wird, erfahren sie häufig erst drei Tage vor Vertragsende. Wie will man so die besten Spitzenkräfte für den Öffentlichen Dienst gewinnen?



 

 

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